Buersche Freitag 17.02.2006

Hans-Sachs-Haus ist kein Denkmal mehr

Am 15. Dezember hat der Rat der Stadt Gelsenkirchen den Abriss des Hans-Sachs-Hauses beschlossen (wir berichteten). Nun hat das Westfälische Amt für Denkmalpflege sein Einvernehmen mit dem Ratsbeschluss übermittelt.

Dies gab der zuständige Stadtrat Michael von der Mühlen gestern im Ausschuss Hans-Sachs-Haus bekannt. Damit ist eine weitere Hürde auf dem Weg zum tatsächlichen Abriss genommen. Das Hans-Sachs-Haus ist nicht mehr als Denkmal besonders geschützt. Die Stadt verhandelt derzeit nach Kündigung des Vertrages noch mit dem Investor Xeris, um langwierige juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Abseits der rechtlichen Aufarbeitung ist im Fachausschuss wieder eine Debatte darüber entbrannt, ob denn ein möglicher Neubau Fassadenteile des bisherigen Hauses beinhalten soll. Anlass ist ein Antrag der Grünen. Sie wollen prüfen lassen, ob Originalteile der Fassade oder ganze Abschnitte nach einem Abriss zunächst eingelagert und später in einen Neubau integriert werden können. Auch eine entsprechende Vorgabe im Rahmen einer Ausschreibung solle geprüft werden, so die Grünen.

Grundsätzliche Zustimmung in der Frage des Fassadenerhalts kommt von SPD und CDU. "Wir müssen allerdings zunächst wissen, wie hoch die Kosten sind", so Dieter Gebhard (SPD). Auch Markus Karl von der CDU sprach sich im Ausschuss für eine Prüfung der Angelegenheit aus.

Die große Frage ist nun, ob die Originalteile der Fassade wieder verwandt werden oder eine "zitatenhafte Rekonstruktion" beim Neubau angestrebt wird. Das ist alles eine Frage des Geldes.

Nach Lage der Dinge kommt die Verwendung von Originalmaterial kaum in Frage, weil der Abbruch und die Zwischenlagerung der Steine oder Fensterrahmen sehr teuer werden dürfte.

Wahrscheinlicher ist, dass sich im Neubau äußere Elemente des Hans-Sachs-Hauses wiederfinden werden. Doch bis zu entsprechenden Entscheidungen werden wohl noch einige Monate vergehen. -mars




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